Eigenheim- und Haushaltsversicherung

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Jeder, der eine Wohnung oder ein Haus besitzt, benötigt zugleich auch eine Eigenheim- und Haushaltsversicherung. Doch wissen Sie, was Sie bei einem Versicherungsschaden zu tun ist? In diesem Artikel erklÀren wir Ihnen 5 Begriffe, die Sie unbedingt kennen sollten.

Versicherungssumme

Die Versicherungssumme ist die Bemessungsgrundlage fĂŒr die VersicherungsprĂ€mie. Bitte immer darauf achten, dass die Versicherungssumme immer den gesamten tatsĂ€chlichen Wert des Hauses oder der Wohnung deckt. Wenn dies nicht der Fall ist, werden bei einem Schadensfall nicht die gesamten Kosten von der Versicherung ĂŒbernommen. Des Weiteren sollte die Versicherungssumme mit dem Versicherungsmakler immer wieder ĂŒberprĂŒft werden, da sich der Wert eines Ziegelmassivhauses z. B. aufgrund der Lage Ă€ndern kann.

Beispiel:

In der Wohnung von Max M. entsteht ein Wasserschaden am Wohnungsinhalt im Wert von 25.000 €. Im Versicherungsvertrag wurde eine Versicherungssumme von 60.000 € festgelegt. Bei der Begutachtung wird allerdings festgestellt, dass sich der tatsĂ€chliche Wert der Wohnungseinrichtung auf 100.000 € belĂ€uft.

Max ist demnach unterversichert und wird in diesem Fall nicht die gesamten 25.000 € ersetzt bekommen, sondern nur 15.000 €. (25.000 * 60.000 / 100.000 = 15.000 €)

Obliegenheiten

Um im Schadensfall die vereinbarten Leistungen zu erhalten, mĂŒssen die Vorgaben der Versicherung als Versicherungsnehmer unbedingt eingehalten werden.
 

Beispiele fĂŒr hĂ€ufige Obliegenheiten:

  • 72-Stunden-Klausel: Wenn 72 Stunden das Haus oder die Wohnung leer steht und sich keine Personen darin aufhalten, mĂŒssen alle Wasserleitungen gesperrt werden. Im Winter mĂŒssen die notwendigen Maßnahmen zu Frostschutz bei Wasserleitungen im Außenbereich getroffen werden.
  • Alle TĂŒren und Fenster mĂŒssen vor einem Unwetter verschlossen werden.
  • Die Alarmanlage (wenn im Versicherungsvertrag vereinbart) muss beim Verlassen das Hauses aktiviert werden.
  • Alle EingangstĂŒren und Fenster mĂŒssen beim Verlassen des Hauses oder der Wohnung abgesperrt und verschlossen werden.
  • Uvm.
     

Verhaltensregeln nach dem Schadensfall:

  • Bei einem Schaden, der bereits eingetreten ist, muss die Person vor Ort dafĂŒr sorgen, dass der Schaden nicht noch grĂ¶ĂŸeres Ausmaß annimmt.
  • Schaden so schnell wie möglich an die Versicherung weiterleiten.
  • Einbruch, Beraubung etc. mĂŒssen behördlich angezeigt werden.
  • Nach Verlust der Bankomat- oder Kreditkarte unbedingt die Karte vom Kreditkarteninstitut oder Bankunternehmen sperren lassen.
  • Uvm.
     

WICHTIG: Dies sind nur ein paar Obliegenheiten, die in der Regel am hÀufigsten auftreten. Bitte im Versicherungsvertrag die einzelnen Punkte genau durchlesen.

Leichte und grobe FahrlÀssigkeit

Ein Schaden kann aufgrund einer Ablenkung oder Unachtsamkeit verursacht werden. Hier spricht man von einer leichten FahrlÀssigkeit. Wenn sich jemand auffallend sorglos verhÀlt und damit auch einen Schadensfall in Kauf nimmt, handelt grob fahrlÀssig.

Die Unterscheidung, ob es sich um eine einfache oder eine grobe FahrlÀssigkeit handelt, ist in den meisten FÀllen schwierig. Leichte FahrlÀssigkeit ist immer versichert, grobe ist jedoch nicht in allen Polizzen enthalten.

Beispiel:

Sie schalten Ihren GeschirrspĂŒler ein und gehen dann einkaufen. In der Zwischenzeit lĂ€uft das Wasser aus und ĂŒberschwemmt die Wohnung. => (eher) leichte FahrlĂ€ssigkeit

Haben Sie allerdings einen sehr alten GeschirrspĂŒler, der noch nicht mit einem Aquastop ausgerĂŒstet ist, könnte das Verlassen der Wohnung als grob fahrlĂ€ssig gewertet werden.
 

Weitere Beispiele grob fahrlÀssiges Verhalten:

  • Sie erhitzen Öl in einer Pfanne und gehen dann in den Keller zum WĂ€scheaufhĂ€ngen. Inzwischen fĂ€ngt das Öl in der Pfanne Feuer.
  • Sie entzĂŒnden die Kerzen auf dem Adventskranz und lassen diesen dann unbeaufsichtigt – der Vorhang beginnt zu brennen.
  • Sie stellen das Abendessen zum AufwĂ€rmen auf den Herd, schlafen dann aber auf der Couch ein, in der KĂŒche bricht ein Brand aus.

Selbstbehalt

Wenn bei einer Versicherung ein Selbstbehalt vereinbart wird, tragen Sie im Schadenfall nur einen Teil der Kosten. Der Wert des Selbstbehaltes kann ein fixer Betrag oder Prozentsatz sein. Der Vorteil eines Selbstbehaltes ist eine geringere PrĂ€mie, da die Versicherung nicht fĂŒr alle kleineren SchĂ€den aufkommen muss. Im Falle eines Schadens, der unter dieser Grenze des Selbstbehaltes ist, bekommen Sie keine VergĂŒtung von ihrer Versicherung.

Unterversicherungsverzicht

Sie können mit Ihrer Versicherung einen Unterversicherungsverzicht vereinbaren. Somit können Sie einer Unterversicherung im Schadenfall entgehen und die Versicherung wird im Leistungsfall auf den Einwand der Unterversicherung verzichten. Die SchĂ€den werden bis zur vereinbarten Versicherungssummer erstattet und es kommt zu keiner KĂŒrzung der VergĂŒtung.

WICHTIG: Als Versicherungsnehmer ist hier auch wieder darauf zu achten, dass die Angaben zum GebÀude korrekt waren und das die Versicherungssumme ausreichend und realistisch festgelegt wurde.